Wirkstoff Capsaicin: Wie gefährlich ist Pfefferspray?

Die Nachfrage nach Pfeffersprays erreichte in Deutschland besonders in den Jahren 2015 und 2016 ein deutliches Plus. Das Bedürfnis nach Sicherheit stand dabei an erster Stelle und das Pfefferspray war eine einfache und wirkungsvolle Lösung, um sich selbst zu schützen. Mit seinem Wirkstoff Capsaicin, der auch in Chilis enthalten ist, sorgt das Pfefferspray für eine effektive Abwehr aus naher bis mittlerer Distanz. Vorgesehen ist es hauptsächlich für die Abwehr von Menschen mit boshaften Absichten, oder auch für große und gefährliche Tiere wie z. B. aggressive Bären. Auch bei zivilem Widerstand wird das capsaicinhaltige Spray von Einsatzkräften verwendet. Doch was für Wirkungen verursacht das Capsaicin in einem Pfefferspray? Ist es gefährlich, von einem Pfefferspray-Strahl erwischt zu werden?

Die Wirkung von Pfefferspray

Pfefferspray ist mittlerweile so gut wie überall erhältlich, in Online-Shops sowie stationär in Supermärkten und Drogerien. Der Wirkstoff der Pfeffersprays wird als OC (Oleoresin Capsicum) bezeichnet. Die Wirkung von Pfeffersprays kann sehr schmerzhaft sein und setzt Betroffene mit sofortiger Wirkung außer Gefecht.

Was passiert mit unserem Körper, wenn wir in Kontakt mit dem Pfefferspray kommen?

Gefahren für die Augen:

  • Die Augenlider schließen sich krampfartig, bis zu zehn Minuten können diese dann kaum oder gar nicht geöffnet werden
  • Die Schwellung an den Augen ist deutlich zu erkennen und verhindert das Öffnen der Augen, je nach Kontakt kann das bis zu einer viertel Stunde andauern
  • Stark gerötete Augen mit erhöhtem Tränenfluss sind die Folge
  • Vorübergehende Beeinträchtigung beim Sehen
  • Verätzung der Hornhaut

Gefahren für die Haut:

  • Die Haut kann erröten oder brennen
  • Dabei ist ein möglicher Juckreiz nicht auszuschließen
  • Es können Blasen, Quaddeln oder Schwellungen entstehen

Gefahren für die Atmung:

  • Durch die Verteilung des Sprays in der Luft entsteht durch das Einatmen ein Hustenreiz
  • Besonders bei Asthmatikern kann das verheerende Auswirkungen haben, da sich die Bronchien verkrampfen können
  • Je nach Menge und Verteilung in der Luft kann es zur Atemnot kommen

Wirkungsdauer und Behandlung

Wenn Sie, aus welchen Gründen auch immer, mit Pfefferspray in Kontakt gekommen sind, dann sollten Sie schnell handeln. Spülen Sie die betroffenene Stelle mit fließend kaltem Wasser aus. Am besten mindestens 15 Minuten lang! Durch das kalte Wasser kommt es zum Porenverschluss. Die Wirkung des Pfeffersprays sollte in der Regel nach spätestens einer Dreiviertelstunde (etwa 45 Minuten) verschwunden sein. Sollten Sie danach immer noch Schmerzen spüren, dann könnte Ihre Hornhaut beschädigt sein. Suchen Sie am besten jedes Mal einen Arzt auf, wenn Sie in Kontakt mit Pfefferspray kommen, damit langfristige Schäden ausgeschlossen werden können.

Die Reichweite eines Pfeffersprays

Das Spray ist als kompakte Sprühdose erhältlich und kann je nach Modell eine Reichweite von 1,5 bis zu 5 Meter erreichen. Aus der Sprühdose entweicht dann je nach Variante entweder ein ballistischer Strahl oder ein konischer Nebel.

Wie hoch ist der Scoville-Gehalt eines Pfeffersprays?

Je nach Modell weist das Pfefferspray ca. 180.000 bis 300.000 Scoville auf. Verglichen mit den Scoville-Werten (Schärfegraden) von bekannten Chili-Sorten ist das ein verhältnismäßig sehr hoher Scoville-Wert. Die Anwendung sollte demnach überlegt sein, da es zu vorübergehenden und im schlimmsten Fall zu langfristigen Schädigungen kommen kann.

Quelle der Angaben: Wikipedia

Das Beitrags-Bild unterliegt der Creative Commons Zero (CC0) Lizenz: geralt/pixabay

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