Haben übergewichtige Menschen eine geringere Lebenserwartung?

Die Ernährung von übergewichtigen Menschen wird oft kritisch beäugt und als ungesund oder gar verantwortungslos bezeichnet. Bisherige Annahmen gingen davon aus, dass Übergewichtige eher an Diabetes, Bluthochdruck oder Krebs erkranken. Auch wird angenommen, dass Übergewichtige eine geringere Lebenserwartung haben. Dass dem nicht so ist, hat jetzt ein Forscher-Team herausgefunden. Denn dick sein bedeutet nicht gleich, ungesünder und anfälliger für bestimmte Krankheiten zu sein. Im folgenden Beitrag erfahren Sie, wieso es nicht schlimm ist, ein paar Kilos mehr auf die Waage zu bringen.

Besteht für Übergewichtige ein höheres Risiko für Erkrankungen?

In den Medien, den Nachrichten und durch die Erziehung bekommen wir immer wieder die Information vermittelt, dass es schädlich ist, dick zu sein. Von Generation zu Generation wurde uns der Eindruck vermittelt, dass es vor allem negativ für die Gesundheit ist, wenn man übergewichtig  ist. Nun treten immer mehr Zweifel bei Notfall-Ärzten und anderen Medizinern auf. Ist die Bewertung des erhöhten Risikos für Erkrankungen bei dicken Menschen wirklich gerechtfertigt? Bei diversen Notfällen ist ihnen aufgefallen, dass übergewichtige und weniger sportliche Menschen Herzinfarkte öfter überleben wie schlanke und athletische Typen. Woran könnte das liegen?

Übergewichtige Menschen haben größere Energie-Reserven

Aus den Ergebnissen der Langzeit-Studien hat man herausgefunden, dass übergewichtige Menschen sogar gesünder leben und von einer längeren Lebenserwartung ausgehen können. Das Sterberisiko eines Übergewichtigen ist ca. 6 % geringer als das eines Menschen mit normalem Gewicht. Woran liegt das?

Hauptsächlich ist das geringere Sterberisiko eines Übergewichtigen mit seinen Energiereserven zu erklären. Denn dickere Menschen haben deutlich größere Energiereserven (höhere Mengen an Fettspeichern). Diese dienen als Schutz vor Krankheiten. Es ist also nicht schlimm, ein paar Kilos mehr zu wiegen. Denn ein leichtes Übergewicht kann besonders vor stressbedingten Krankheiten schützen:

  • Arteriosklerose (Arterienverkalkung, Ablagerungen in den Gefäßen)
  • Osteoporose (Knochenschwund, geringere Knochendichte)
  • Muskelschwund
  • Schlaganfall
  • Depressionen

Durch die häufigere Aufnahme von Nahrung ist eine konstante Versorgung des Zentralnervensystems mit Glukose gewährleistet. Dadurch werden dickere Menschen weniger von Depressionen geplagt. Die Energie-Reserven eines Übergewichtigen stecken körperliche Beschwerden und Ausfälle besser weg.

Zu starkes Übergewicht (Fettleibigkeit) ist schädlich

Wie wir gelernt haben, hat leichtes Übergewicht also auch seine Vorteile. Man sollte jedoch wissen, dass eine massive Fettleibigkeit (z. B. Adipositas) absolut nicht gesund für den menschlichen Körper ist. Denn das Sterberisiko von extrem Übergewichtigen ist ca. 30 % höher wie bei Menschen mit normalem Gewicht. Außerdem beeinträchtigt eine starke Fettleibigkeit auch die eigene Bewegung und die Leistungsfähigkeit.

Folgen der Fettleibigkeit (Adipositas): Erhöhtes Risiko für folgende Erkrankungen

  • Bluthochdruck
  • Diabetes Typ 2 (Altersdiabetes)
  • Herzinfarkt
  • Schlaganfälle
  • Brustkrebs
  • Arthrose
  • Demenz-Erkrankungen (Alzheimer)
  • Gicht usw.

Besonders bei einem BMI ab 30 ist das Risiko dieser Erkrankungen deutlich erhöht.

Dieses Bild unterliegt der Creative Commons Zero (CC0) Lizenz: Robin Stickel/pexels

Anzeige