Gesellschaft im Wandel: Soziale Werte und Normen

In unserer heutigen Gesellschaft bekommt man schon von Kindesalter an soziale Werte vermittelt und wird mit den geltenden Normen des Systems vertraut gemacht. Die Erziehung der Eltern spielt dabei eine große Rolle. Mit ihr werden die ersten Bausteine der Persönlichkeits-Entwicklung gelegt, um das Fundament der Werte aufzubauen. Durch öffentliche Institutionen wie Kindergärten und Schulen wird man an die Regeln der Gesellschaft angepasst. Doch was für soziale Werte und Normen sind für unsere Gesellschaft von Bedeutung?

Die wichtigsten sozialen Werte laut Statistiken

Laut Statistiken vom Herbst 2015 legen 58 % der Deutschen sehr großen Wert auf Frieden. Damit stellen für die Mehrheit der Befragten ein friedliches Miteinander und unsere Sicherheit die wichtigsten Güter und Werte dar. Für knapp die Hälfte der Befragten (48 %) gehören Menschenrechte zu den wichtigsten Werten. Etwa ein Drittel der Personen stimmen für Demokratie und die Freiheit des Einzelnen. Auch Toleranz und Gleichheit sind in der Statistik aufzufinden. Für jeden Fünften hat Toleranz absolute Priorität, für jeden 14. gehört Gleichheit zu den Top-Werten.

Werte als weiterentwickelte Güter der Persönlichkeit

In diesem Beitrag wollen wir uns von den materiellen Gütern (wie z. B. Geld, Wohlstand, Macht und Besitz) distanzieren und uns stattdessen den nicht materiellen Gütern widmen. Werte können die Grundlage einer Gesellschaft bilden und sind sozusagen Vorstellungen, die innerhalb einer Gesellschaft als vorbildlich oder mustergültig anerkannt werden.

Intelligenz, Wissen und Weisheit oder Disziplin sind z. B. rein geistige Werte. Zur Gruppe der privaten Werte hingegen können z. B. Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit, Mitgefühl oder Fairness zugeordnet werden.  Auch sittliche Werte werden hoch angerechnet und sind sehr wichtig: Die Fähigkeit zu verzeihen, Ehrlichkeit, Treue, Selbstbeherrschung usw. Zu den religiösen Werte zählen z. B. Toleranz, Glaube, Gastfreundlichkeit, die Fähigkeit zu teilen und zu vergeben und die Gerechtigkeit gegenüber allen Mitmenschen.

Anerkannte Werte werden zu Normen

Langfristig gefestigte und anerkannte Werte in der Gesellschaft können daher zu Normen werden. Bei Normen handelt es sich also um Verhaltensweisen, an die man sich in der Gesellschaft halten muss. Zu den Normen gelten aber auch Regeln und Vorschriften, die in der Gesellschaft und im System anerkannt sind und nach denen man sich richten muss. Normen gelten gleichermaßen für alle Mitglieder der Gesellschaft. Die bekanntesten Normen sind in Gesetzen verankert. Diese müssen zwingend eingehalten werden, andere Normen gelten zu den stillschweigenden Regeln der Gesellschaft: z. B. dass man während einer Firmenkonferenz zuhört und nicht den Redner unterbricht. Wie auch die Regel, dass man eine Ampel nur dann überquert, wenn sie grün leuchtet.

Das Wertesystem im ständigen Wandel

Eine neue Generation an Menschen kann das Wertesystem nachhaltig verändern. Es können sich neue Werte herauskristallisieren und die alten Werte teilweise ersetzen. Mit der voranschreitenden Technologie verändern oder verstärken sich auch die Werte der Gesellschaft.

Ein Beispiel für die Umsetzung der Wertvorstellungen spiegelt sich in sozialen Plattformen wider. Weicht ein Einzelner mit seiner Meinung oder seinem Handeln drastisch von der durch Wertvorstellungen angepassten Norm ab, dann wird er im Internet öffentlich bloßgestellt. Durch einen sogenannten Mob (aufgewiegelte Menschenmasse) oder einen Shitstorm wird diese Person so öffentlich degradiert. Auf das falsche Verhalten einer Person reagiert die kollektive Schwarmintelligenz sehr sensibel und beweist durch intensive Gegenmaßnahmen, dass bestimmte Wertvorstellungen fest in der Gesellschaft integriert sind. Durch Negativ-Kommentare, Dislikes oder gar Drohungen wird der betreffenden Person klar gemacht, dass sie mit dem Verhalten so nicht in der Gesellschaft durchkommt.

Andere Wertvorstellungen wiederum werden durch den zeitlichen Wandel in ihrer Wichtigkeit heruntergestuft. Früher galt es z. B. als selbstverständlich eine Ehe einzugehen, die bis an das Lebensende geführt wurde. Trennungen und Scheidungen kamen nicht in Frage. Heutzutage ist die Heirat zu einer freiwilligen Entscheidung geworden. Die Tendenz entwickelt sich dahingehend, dass in der Moderne immer später und seltener geheiratet wird wie früher. Die Scheidungsquoten sind höher und auch die Anzahl der Kinder in Familien nimmt weitestgehend ab.

Materielle Werte rücken so z. B. wieder in den Vordergrund (z. B. Besitz, Reichtum) und hemmen Faktoren wie den Zusammenhalt innerhalb einer Familie. Ein möglicher Grund für all diese Entwicklungen sind die gestiegenen Optionen, die uns zur Verfügung stehen und die uns unsere Entscheidungen erschweren.

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