Führen mit Stil: Sind Sie ein Boss oder ein Leader?

Sind Sie ein Boss oder ein Leader? Der Führungsstil des Vorgesetzten stellt eine wichtige Säule in der Unternehmensführung dar und kann über Erfolg oder Niederlage einer Firma mitentscheiden. Denn die Motivation der Mitarbeiter hängt nicht nur von den Löhnen und der Arbeit ab, sondern auch von der Führungsqualität der Vorgesetzten. Da die Motivation der Mitarbeiter die Arbeitsproduktivät nachhaltig beeinflussen kann, setzen immer mehr Unternehmen neue Strategien in der Personalführung ein, um das Beste aus den Mitarbeitern auszuschöpfen. Besonders zwei Führungsstile fallen dabei auf: Die strenge Variante des Bosses, die auf Disziplin und starker Hierarchie aufgebaut ist und die kooperative, entwicklungsfördernde Variante des Leaders. Wir stellen Ihnen heute beide Führungsstile vor und lassen Sie entscheiden: Bevorzugen Sie den Boss oder doch lieber den Leader?

Boss vs. Leader: Personalentwicklung und Psychologie

Boss:

Der Boss sieht in seinem Personal einzelne Zahnräder, die ihren Zuständigkeitsbereichen und Arbeitsprozessen zugeordnet sind. Jeder erfüllt die Aufgabe, für die er eingesetzt wird. Dadurch ist ein reibungsloser Ablauf vom Beginn bis zum Ende der Prozesse gewährleistet. Dabei nutzt der Boss das volle Potenzial eines jeden Mitarbeiters gnadenlos aus.

Für ihn hat jeder seiner Mitarbeiter die auferlegte Pflicht, mit vollem Einsatz seiner Arbeit nachzugehen. Dabei werden Zuständigkeiten nicht überschritten, selbst wenn die Arbeit keine Abwechslung bietet. Die Mitarbeiter werden in fließbandähnlicher Manier dazu bewegt, ihrer Arbeit nachzugehen. Dadurch kann der Mitarbeiter sich kreativ nicht weiterentwickeln, die Arbeit wird öde und routiniert. Das Denkvermögen verkümmert und begrenzt sich auf das Nötigste. Die Mitarbeiter bleiben auf dem selben Stand und schöpfen nicht das volle Pensum ihrer Fähigkeiten aus.

Stimmen jedoch die Resultate nicht mit seinen Erwartungen oder den Erfahrungswerten überein, dann wird er jemanden für die Problematik verantwortlich machen wollen. Und dieser jemand wird die Härte des Bosses zu spüren bekommen. Die Folge: Der Mitarbeiter geht vor lauter Furcht disziplinierter an seine Arbeit heran. Doch der Druck und die fehlende Abwechslung sorgen für eine hohe Unzufriedenheit bei den Mitarbeitern. Den Boss hat das jedoch nicht zu interessieren. Immerhin sind Macht und Unterdrückung psychologische Elemente seines Führungsstils.

Leader:

Personalentwicklung bedeutet für den Leader, dass das Personal selbstständig über die regulären Fähigkeiten hinauswächst, die von ihm erwartet werden. Daher ist es ihm wichtig, dass nicht nur das Tagesgeschäft erfüllt wird. Darüber hinaus will er Erfolgsprozesse im Kopf der Mitarbeiter freischalten, die zu einem dauerhaften Wohlbefinden der Psyche führen sollen. Der Mitarbeiter soll demnach ein positives Gefühl entwickeln, wenn Erfolge verzeichnet oder eigene Ideen umgesetzt werden. Das bedeutet im Klartext, dass dem Leader die persönliche Entwicklung des Mitarbeiters genauso wichtig ist wie der Erfolg des Unternehmens.

Das liegt daran, dass ein Mitarbeiter, der in seiner Materie und seinem Wissen aufblüht, noch mehr Leistung erbringen kann, wenn er von seinen Aufgaben überzeugt ist. Daher wird ein Leader seinen Mitarbeitern mehr Raum zur Entwicklung geben. Er wird versuchen, den Mitarbeiter dahingehend zu motivieren, auch eigene Ideen umzusetzen. Dies führt zur Vervollkommnung und Ergänzung des üblichen Tagesgeschäfts, da die Mitarbeiter aktiv an der Lösungsfindung beteiligt werden.

Durch reduzierte Barrieren bei den Umsetzungsmöglichkeiten wird das Denkorgan des Mitarbeiters angeregt. Das führt zu mehr Kreativität und zu einer besseren Selbstreflexion der Mitarbeiter. Psychologisch gesehen werden die Mitarbeiter so glücklicher und fühlen sich wertgeschätzter, wie wenn sie streng vorgegebene Regeln befolgen müssen.

Boss vs. Leader: Problembewältigung und der Umgang mit Fehlern

Boss:

Wehe dem, der einen Fehler begeht! Der Boss hat seine Taktik, was den Umgang mit Fehlern angeht. Problembewältigung bedeutet für ihn, den zuständigen Mitarbeiter direkt auf seinen Fehler hinzuweisen, was anfangs nicht falsch klingt. Diesen reibt er ihm jedoch auch allzu gerne unter seine Nase. Er analysiert zuerst und konfrontiert den Zuständigen dann mit beweiskräftigen Fakten. Dabei listet er ihm in einer scheinbar endlosen Liste die Fehler auf, die ihm unterlaufen sind. Die Fehler werden dem Mitarbeiter vorgeführt, mit der Anweisung, diese umgehend zu beheben. Selbst rührt der Boss dabei möglichst keinen Finger, außer wenn es wirklich brenzlig wird. Dann nimmt auch der Boss die Zügel in die Hand, um das sinkende Schiff vor dem Kentern zu bewahren.

Meist kriegt der enttäuschte Mitarbeiter dann auch noch eine Rüge mit auf den Weg, um sich zukünftig vor derart verheerenden Fehlern zu hüten. Die Folge ist, dass der Mitarbeiter achtsamer und vorsichtiger wird, um sich vor Konflikten mit dem Vorgesetzten zu schützen.

Leader:

Wenn einem Mitarbeiter ein Fehler unterlaufen ist, dann wird der Leader ihn nicht vor der versammelten Gruppe anschwärzen. Dafür ist er zu gutmütig. Er weiß, dass Fehler menschlich sind. Shit happens. Natürlich wird der Leader ein Gespräch mit ihm führen, um weitere Fälle dieser Art zu vermeiden. Doch nicht im Stil eines Bosses. Eher elegant und mit einer Note der Erkenntnis, die er von seinem Mitarbeiter erwartet. Er arbeitet schließlich mit diesen Menschen zusammen und glaubt an den guten Willen seines Personals. Im Hintergrund wird der Leader stillschweigend und aktiv an der Behebung des Problems feilen. Er wird versuchen, den größten Schaden zu minimieren.

Statt den Zuständigen zu beschimpfen, wird er den Mitarbeiter mit Ratschlägen und Lösungen unterstützen, um weitere Fehler und somit ein erneutes Desaster zu unterbinden. Die Behebung des Fehlers jedoch nimmt er selbst in die Hand. Schließlich ist er ein Meister seines Fachs und weiß am besten, wie man Probleme erfolgreich bewältigt!

Dieses Bild unterliegt der Creative Commons Zero (CC0) Lizenz: via Pexels/Unsplash

Anzeige