Die Wurzelbehandlung: Erfahrungsbericht

Stellen Sie sich vor, dass Sie nach einer langen Zeit den nächsten Besuch beim Zahnarzt erwarten. Die starken Schmerzen Ihres Backenzahns sind einfach nicht mehr auszuhalten. Die Diagnose des Arztes ist jedoch alles andere als erfreulich. Die Karies hat sich tief in den Backenzahn hineingefressen. Sie ist sogar soweit in den Zahn eingedrungen, dass sie sich dicht am Nerv des Backenzahns befindet. Das würde auch die Schmerzen erklären. Ihnen werden zwei Optionen vorgeschlagen. Entweder wird der Zahn vollständig entfernt oder es soll eine nicht ganz so einfache Wurzelbehandlung vorgenommen werden. Für was würden Sie sich entscheiden? Falls Sie sich für eine Wurzelbehandlung entscheiden, dann können Sie sich gerne den nachfolgenden Erfahrungsbericht durchlesen.

Vorbereitungen für die Wurzelbehandlung

Eine Wurzelbehandlung kann sehr teuer werden, doch ein Zahn weniger im Gebiss ist nicht für jedermann vorstellbar, besonders wenn es sich um einen voluminösen und treuen Backenzahn handelt. Daher fällt der Entschluss zugunsten der Wurzelbehandlung. Der Zahnarzt erklärt nun die ersten Schritte. Er muss zuerst die Stellen mit der Karies ausbohren. Da sich die Karies tief in den Zahn hineingefressen hat, muss er in dem Fall ebenfalls den Nerv entfernen.

Erster Schritt der Wurzelbehandlung: Die Karies wird entfernt

Beim ersten Termin der Wurzelbehandlung erhält man selbstverständlich eine örtliche Betäubung. Diese schmerzt im Idealfall jedoch so gut wie gar nicht. Falls sich unter Ihnen Menschen befinden, die große Angst vor Spritzen haben: Es ist alles halb so wild. Schließlich deckt die Wirkung der Spritze die nachfolgenden Schmerzen ab und sorgt für eine fast schmerzfreie Behandlung. Ein guter Zahnarzt erledigt das Setzen der Spritze so ideal, dass man nur ein leichtes Stechen spürt. Der Arzt verlässt nun den Raum, damit die Wirkung der Betäubung einsetzt und kommt etwa 5 Minuten später wieder zurück, um die Behandlung fortzusetzen. Nun soll also gebohrt werden.

Die Stellen mit der Karies werden mit verschiedenen Bohrwerkzeugen entfernt. Man spürt zwar wie der Bohrer Druck auf das Gebiss ausübt, aber es sind so gut wie keine Schmerzen zu spüren. Zudem spürt man das Beben des Bohrers, doch das ist nicht weiter schlimm. Während der Prozedur assistiert die Zahnarzthelferin und saugt den Speichel und evtl. Blut auf, um einen bakteriellen Kontakt mit dem Zahn zu vermeiden. Das geschieht bei so gut wie allen Sitzungen.

Klappe auf, Bohrer rein

Falls Sie sich fragen, ob eine Wurzelbehandlung denn nun schmerzhaft ist oder nicht, dann können Sie beruhigt sein. Lassen Sie sich am besten vor jeder Sitzung eine Spritze geben, damit die Behandlung möglichst schmerzfrei ablaufen kann. Ein Recht darauf haben Sie auf alle Fälle. Das Einzige, was stört, ist die Tatsache, dass man seinen Kiefer relativ weit öffnen muss und diesen über längere Zeit offen halten muss. Nachdem alle maladen Stellen entfernt wurden und die Wurzelkanäle zum Vorschein kommen, werden Feilen in die Wurzelkanäle eingefügt. Es wird die Länge der Wurzelkanäle bestimmt und es werden Röntgenaufnahmen der Zähne gemacht. Der Arzt entfernt auch noch den Nerv, sodass der Zahn an sich nicht mehr lebt.

Entfernen des entzündeten Zahnmarks mit Feilen

Anschließend schabt der Zahnarzt mit einer Feile die entzündeten Stellen des Zahnmarks ab. Das fühlt sich unangenehm an, aber wenn man davor eine Spritze erhalten hat, dann ist es erträglich. Daher zuvor unbedingt eine Spritze geben lassen, um Schmerzen zu vermeiden. Am besten vor jeder Sitzung, falls mehrere Teilsitzungen vorgesehen sind, was sehr gut sein kann. Dabei werden auch die Kanäle ausgefeilt.

Reinigung ist das A und O bei der Wurzelbehandlung + Die provisorische Füllung

Die Stelle wird nun gesäubert und mit einem entzündunghemmenden Mittel beschmiert. Wichtig ist, dass bei der Zahnbehandlung keine Bakterien an die Stelle gelangen, damit zukünftig keine Komplikationen auftreten. Nun wird das ausgeschliffene und gesäuberte Loch z. B. mit einer provisorischen Kautschuk-Füllung aufgefüllt. In Kontakt mit Wasser und Speichel verhärtet sich diese Füllung. Der Arzt informiert Sie dann üblicherweise auch, dass Sie bis zum nächsten Termin darauf achten sollen, den betroffenen Zahn nicht zu stark zu belasten. Da der Zahn instabil ist und sich auch so anfühlen kann, sollte man seinen Rat natürlich beachten.

Zweiter Termin: Letzte Vorbereitungen für die Füllung

Die Kautschuk-Füllung wird entfernt und es werden die abschließenden Bohrungen vorgenommen. Evtl. wird nochmal nachgefeilt und der Zahn wird für seine bevorstehende Füllung vorbereitet. Wenn der Zahn soweit vorbereitet wurde, wird der Zahn über eine Gummimanschette isoliert. Diese spannt der Zahnarzt mit Klemmen dann über den Zahn und das Gebiss, sodass der Fokus auf den betroffenen Zahn gerichtet werden kann. Somit wird auch verhindert, dass Blut und Speichel in den Zahn eindringen.

Die Wurzelbehandlung wird abgeschlossen: Die Füllung des Zahns erfolgt mit dem bevorzugten Material

Nun wird der Zahn mit dem gewünschten Material befüllt. Dies kann je nach Material und Fülltechnik unterschiedlich lange andauern. In diesem Fall handelt es sich um eine Kunststoff-Füllung per Schicht-Technik. Das heißt, dass der Kunststoff Schicht für Schicht in den Zahn eingespeist wird und jedes Mal getrocknet wird. Das dauert etwas länger wie die herkömmliche Methode, soll jedoch den Zahn stabiler machen. Nach etwa 45 Minuten ist dann auch die abschließende Behandlung und somit die Füllung abgeschlossen. Am Ende wird der Zahn noch zurechtgeschliffen, damit er die gewöhnliche Form des Backenzahns erhält.

Nach der Wurzelbehandlung abwarten bis die Betäubung verschwindet

Nach Abschluss der Wurzelbehandlung sollte man unbedingt darauf achten, den Zahn nicht sofort zu überlasten. Lassen Sie erst einmal die Betäubung abklingen, bevor Sie den Zahn austesten, um Verletzungen zu vermeiden. In der ersten Phase ist es zu empfehlen, dass man sich vorsichtig an die neue Materie des Zahns anpasst. Essen Sie in den ersten Stunden eventuell erst einmal ein paar Suppen. Wenn Sie auf feste Nahrung nicht verzichten möchten, dann kauen Sie in den ersten Stunden bevorzugt auf der gegenüberliegenden Seite des Kiefers. Nach ein paar Tagen bemerkt man dann schon, dass der Zahn sich vom Gefühl in sein Umfeld fügt.

Das Artikel-Bild unterliegt der Creative Commons Zero (CC0) Lizenz: George Becker/pexels

Anzeige