Dauernd erschöpft? Wieso uns das digitale Zeitalter müde macht!

Fühlen Sie sich auch ständig müde und erschöpft? Geht es Ihnen ähnlich, selbst wenn Sie ausreichend geschlafen haben? Dann gehören Sie nicht zu den einzigen Menschen, die von einer chronischen Erschöpfung und Müdigkeit betroffen sind! Hierbei geht es nämlich nicht nur um den Schlafmangel, der zu einer Übermüdung führen kann. Mittlerweile spielt auch die Überflutung unseres Gehirns mit Reizen eine wichtige Rolle. Wir werden heutzutage dermaßen mit Informationen geflutet, dass unser Gehirn Schwierigkeiten dabei hat, alles zu verarbeiten. Wir möchten Ihnen in diesem Beitrag mögliche Ursachen aufzeigen, die zu einer chronischen Müdigkeit führen können. Außerdem möchten wir die Einflüsse der Digitalisierung auf unsere Lebensweise untersuchen.

Wieso sind Menschen erschöpfter als noch vor 20 Jahren?

Schlaf ist und bleibt ein wichtiger Faktor, um unsere Gesundheit, unsere Leistung und unser Gedächtnis aufrechtzuerhalten. Im Schlaf regeneriert der Körper bis zu sieben mal so schnell wie im wachen Zustand. Doch obwohl die Menschen heutzutage nicht weniger schlafen wie früher, scheinen sie dennoch erschöpfter zu sein. Woran könnte das liegen?

Die Gründe sind auf den ersten Blick nicht sofort zu erkennen, doch schaut man sich die heutige Technologie und Digitalisierung an, dann kann man sich vielleicht denken, wieso so viele Menschen dermaßen erschöpft sind. Es liegt an der steigenden Flut von Daten, die unser Nervensystem immer stärker überfordern. Die Geschwindigkeit der Informationen hat sich in den letzten Jahrzehnten ums Vielfache gesteigert. Unser Gehirn kann die Menge an Einflüssen nicht mehr sauber verarbeiten und schaltet daher bestimmte Bereiche auf Standby. Eine mögliche Erklärung für die andauernde Erschöpfung ist demnach die Überreizung unseres Nervensystems, die es früher in diesem Ausmaß noch nicht gab.

Unser Gehirn ist ein Multitasking-Genie: Doch es hat auch seine Grenzen!

Smartphones sind zu einem festen Bestandteil unseres Lebens geworden. Wir sind ständig mobil und können die Kommunikation mit unseren Freunden und Verwandten aufrechterhalten. Im Stundentakt erhalten wir Messages von vielen verschiedenen Menschen und weiteren Input durch eingeblendete Online-Nachrichten, die uns natürlich Zeit und Aufmerksamkeit kosten. Durch die ständige Ablenkung durch das Smartphone wird das Gehirn allerdings auch überreizt. Konzentriert und fokussiert auf das Display des Smartphones, setzt das Gehirn andere Sinnesreize herab, um die Überreizung zu reduzieren.

Das bedeutet im Klartext, dass das Gehirn aufgrund der ständigen Informationsflut im Alltag unsere Sinnesreize, die wir in dem Moment weniger gebrauchen, in ihrer Intensität senkt, um eine Reizüberflutung zu vermeiden. Das kann jedoch ziemlich gefährlich werden: Beispielsweise wenn wir mit dem Handy in der Hand über die Straße laufen, während unser Blick auf den Bildschirm gerichtet ist. Andere Sinnesreize wie z. B. das Hören sind in dem Moment nämlich eingeschränkt, was zu einer erhöhten Gefahr im öffentlichen Straßenverkehr führen kann, da wir in dem Fall ein heranfahrendes Auto eventuell nicht mehr richtig hören können.

Wieso viele Menschen süchtig nach Ablenkung sind…!

Fall-Beispiel: Die junge Studentin hat ein wertvolles Fach-Buch in der Bibliothek gefunden. Sie hat sich fest vorgenommen, heute Mittag darin zu schmökern, um sich auf ihre Prüfungen vorzubereiten. Ihr Smartphone legt sie, ohne weiter drüber nachzudenken, neben das Buch und widmet sich anschließend dem Lesen. Nach nur zehn Minuten beginnt das Smartphone in der oberen Ecke zu blinken: Eine Nachricht! Sollte sie geschwind nachschauen und dem- oder derjenigen antworten? Sie grübelt. Doch es ist bereits zu spät und die Studentin hängt bereits an ihrem Smartphone und vergeudet somit eine weitere halbe Stunde ihrer kostbaren Zeit, die sie in Ihr Studium hätte investieren können.

Ablenkung fördert die Ausschüttung von Dopamin

So oder so ähnlich passiert es auf der Welt ständig. Wir werden durch einen neuen Impuls (hier: Blinken des Smartphones) abgelenkt und es kommt zu einer Ausschüttung von Dopamin in unserem Gehirn. Bei Dopamin handelt es sich um einen Glücksbotenstoff. Es tut unserem Gehirn gut, dass dieses mit dem Glücksbotenstoff versorgt wird. Daher entsteht eine Abhängigkeit, die in diesem Fall auf Ablenkung basiert. Bei jedem Impuls immer wieder aufs Neue. Langfristig werden wir so nach und nach süchtig nach der Ablenkung. Doch wenn die Ablenkung zur Gewohnheit wird, dann tritt eine langfristige Erschöpfung ein. Ist die betroffene Person chronisch erschöpft, dann sinkt ihre Denkleistung. Außerdem nehmen unsere Erinnerungskapazitäten ab, was wiederum zur Vergesslichkeit führen kann.

Zu viele Ablenkungen machen uns müde und erschöpft

Was lernen wir daraus? Lässt man sich zu oft ablenken, dann sorgt man für eine Überreizung des eigenen Gehirns. Als Folge der Überreizung findet eine Überlastung unseres Gehirns statt. Da das Gehirn den Zustand der Überreizung jedoch nicht dauerhaft verarbeiten kann, fährt es seine Systeme herunter, sodass wir müde werden. Selbst wenn wir lange genug geschlafen haben.

Daher ist es zu empfehlen, dass man sich immer auf eine Sache konzentriert und alle Störfaktoren gezielt aussortiert und vermeidet. Ansonsten schaden Sie auf Dauer ihrer Denkleistung und ihrem Gedächtnis. Gerade in der Zeit des Informationsüberflusses, in der wir uns befinden, ist es umso wichtiger, dass wir uns auf eine Aufgabe fokussieren, bis diese erfolgreich beendet wurde, bevor wir uns neuen Dingen widmen. So können wir eine Überlastung unseres Zentralnervensystems verhindern und bleiben länger fit.

Typische Beispiele für Ablenkungen im Alltag:

  • allgemeine Smartphone-Messages
  • Messenger-Nachrichten
  • Online-Games-Benachrichtigungen
  • Social Media Benachrichtigungen
  • E-Mails
  • Werbung
  • News-Einblendungen
  • Nachrichten
  • Anrufe (Klingeln, Vibration des Handys)
  • SMSen

Tipps, die zu weniger Erschöpfung und mehr Energie führen können:

  • Das Smartphone nachts weit weg vom Bett positionieren, um Ablenkungen zu vermeiden (das Gehirn registriert sonst, dass sich das Smartphone in der Nähe befindet)
  • Bewusst mal ein paar Stunden das Smartphone weglegen und stattdessen entspannen!
  • Angefangene Aufgaben (z. B. Lesen, einen Film schauen, eine Zeichnung fertigen) vollständig abschließen, bevor man etwas anderes macht
  • Sportlich betätigen (Laufen, Fitness, Sportarten ausüben, spazieren gehen)
  • Gedächtnisübungen durchführen (Sprachen lernen, Memory usw.)
  • Kreative Pausen gönnen und evtl. meditieren
  • Ausreichend Schlaf einplanen und positiv denken
  • Ablenkungen jeglicher Art absichtlich umgehen

Mit diesen Tipps werden Sie sich wohler fühlen und weniger erschöpft sein! Ihr Gehirn wird es Ihnen danken!

Das Artikel-Bild unterliegt der Creative Commons Zero (CC0) Lizenz: Wokandapix/pixabay

Anzeige