Pre-Recording: Nachträgliches Aufzeichnen per Knopfdruck möglich!

Unter Pre-Recording versteht man eine spezielle Funktion einer Kamera oder eines Ton-Aufnahmegerätes,  eine bereits abgelaufene Szene in der nahen Vergangenheit per Knopfdruck nachträglich abzuspeichern. Doch wie funktioniert das Ganze? Und was sind die Vorteile von Pre-Recording? In diesem Artikel erfahren Sie mehr über die Funktionsweise und den Nutzen der innovativen Funktion des Pre-Recordings.

Pre-Recording kann sich in Einsätzen als nützlich erweisen

Das Pilotprojekt, das in einigen Bundesländern getestet wird, soll Aufschluss darüber geben, ob Pre-Recording eine sinnvolle Methode ist, um die Kriminalität einzudämmen. Die Body-Cam befindet sich dabei auf der Schulter des Polizisten. Die Kamera selbst ist etwa so groß wie eine kleine Webcam und wird auf einer Plattform auf der Schulter positioniert. Somit ist das Bild direkt vor den Beamten gerichtet und im direkten Sichtfeld des Tragenden.

Die Kamera nutzt die spezielle Funktion des Pre-Recordings, mit der eine Szene ca. 60 Sekunden nachträglich aufgezeichnet und per Knopfdruck abgespeichert werden kann. Sinnvoll wäre das im Einsatz besonders dann, wenn eine Situation außer Kontrolle gerät. Wenn es zu Handgreiflichkeiten kommt oder eine Prügelei außer Kontrolle geraten ist, dann kann eine Aufzeichnung im rasanten Gemenge nachträglich helfen, um eine detaillierte Aussage über den Hergang zu schaffen.

Funktionsweise des Pre-Recordings:

Im Dauereinsatz: Die Kamera zeichnet in Dauerschleife auf und speichert die letzten 60 Sekunden im Zwischenspeicher

Man kann sich das Ganze so vorstellen: Die Kamera zeichnet das live-aufgenommene Material in Dauerschleife auf und speichert es zwischen. Das Gerät nimmt also permanent auf und speichert den Anteil der letzten 60 Sekunden in einem Flashspeicher zwischen. Sobald nun der Knopf gedrückt wird, der eigentlich die Aufnahme starten soll, wird die Aufnahme der letzten 60 Sekunden vom Zwischenspeicher in den Hauptspeicher übernommen und steht zum Abruf bereit.

Worin bestehen die Vorteile des Pre-Recording im Einsatz?

  • Nachträgliche Aufzeichnung der letzten (in diesem Fall 60) Sekunden, um mögliche Handlungsabläufe oder Tathergänge wiederherzustellen (per Knopfdruck)
  • Das perfekte Beweismittel, um Aussagen nachzuvollziehen
  • Bei Handgreiflichkeiten oder Rangeleien: Ist es manchmal nicht möglich, an die Prerecording-Taste zu greifen, da Handlungsbedarf besteht, daher kann die Pre-Recording-Taste auch nach 60 Sekunden betätigt werden.
  • Analyse von Motiven
  • Alle Beteiligten sind im Fokus der Kamera (das Verhalten wird angepasst, respektvollerer Umgang, dauerhaftes, regelkonformes Verhalten, im Idealfall beidseitig)

Vorteile des Pre-Recording für den privaten Gebrauch

Immer mehr Kameras bieten die Funktion Pre-Recording an und da stellt sich die Frage, wofür das privat nützlich sein soll. Die Funktion gibt es übrigens auch für Digitalkameras, bei der bis zu 25 Fotos zwischengespeichert werden, wenn die Funktion aktiv ist. Drückt man also den Auslöser der Digitalkamera, dann wird das 25. Foto geschossen, die anderen 24 werden in dem Fall mitabgespeichert. Das kann sinnvoll sein, wenn man besondere und ereignisreiche Momente einfangen will. Auch bei Audio-Aufnahme-Geräten gibt es mittlerweile die Funktion des Pre-Recording, bei der z. B. die letzten hörbaren Sekunden der Aufnahme vor dem Knopfdruck mit aufgenommen werden können.

Beispiele:

  • Nachträgliches Speichern von besonderen Erlebnissen (Achterbahnfahrten, Familienmomente, Fallschirmsprünge usw.)
  • Rasante und bewegte Szenen (z. B. Delfinsprünge, Stunts, Kopfbälle) ohne Zeitdruck und per Knopfdruck auch nachträglich aufnehmen

Das Artikelbild unterliegt der Creative Commons Zero (CC0) Lizenz: sbl0323/pixabay

Anzeige