Persönlichkeits-Analyse: Der Psychopath

Viele Menschen erschaudern bei dem Gedanken, wenn sie sich vorstellen, dass sich ein Psychopath in den Reihen der ihnen bekannten Menschen befinden könnte. Doch statistisch gesehen ist das gar nicht so unwahrscheinlich. Denn bei einem von hundert Menschen (ca. 1 %) könnte es sich um einen potenziellen Psychopathen handeln. Doch was macht einen Psychopathen aus und wie macht er sich bemerkbar? Dieser Frage wollen wir in diesem Beitrag auf den Grund gehen.

Der Psychopath – Unscheinbar, charmant und unberechenbar

Im Alltag begegnen wir täglich unzähligen Menschen, deren Gesichter uns fremd erscheinen und die wir nicht persönlich kennen. Im Bus, in der Bahn oder auf öffentlichen Straßen und auf dem Weg zur Arbeit: Wir laufen an ihnen vorbei, ohne uns etwas Schlechtes dabei zu denken. Statistisch könnte jedoch jeder 100. von ihnen ein Psychopath sein. Allerdings fallen Psychopathen in der Gesellschaft nicht sonderlich auf. Ihre charismatische Ausstrahlung, gepaart mit ihrer charmanten Art, machen sie zu willkommenen und gern gesehenen Freunden der Gesellschaft. Sie sind Meister der Manipulation und sind in der Lage, Menschen gekonnt zu umgarnen.

Der Drang nach Macht und das kriminelle Potenzial

Psychopathen lieben es, Macht auszuüben. Um diesem Drang nachzukommen, versuchen sie mit allen Mitteln, Positionen einzunehmen, die ihnen diese Spielräume ermöglichen. In diesen Positionen haben sie ausreichende Freiheiten, um ihre Macht zu entfalten. Viele Psychopathen besitzen eine unbändige, kriminelle Energie und so ist es nicht verwunderlich, dass ca. 20 % aller Gefängnis-Insassen psychopathische Charakter-Eigenschaften aufweisen.

Ob ein Psychopath kriminell wird, und wie stark das Ausmaß der Kriminalität ist, hängt vom sozialen Umfeld ab. Tests und Untersuchungen anhand von Gehirn-Scans haben ergeben, dass es Psychopathen an Mitgefühl und Mitleid fehlt. Bei den Scans waren die Areale für die Gefühlswelt, die Areale der Angst und des moralischen Verhaltens kaum aktiv. Der Mangel an Reue und Schuldbewusstsein führt dazu, dass sie Menschen belügen können, ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben.

Notorischer Lügner

Psychopathen sind wortgewandt und charmant. Mit diesen Stärken können sie andere Menschen überzeugen und beeinflussen. Sie lügen und betrügen, wie wenn sie selbst von ihren Lügen überzeugt wären. Aufgrund ihrer Gefühlskälte und der reduzierten Angst, sind sie die idealen Lügner. Verantwortungsloses Handeln und krankhaftes Lügen gehören zu den typischen Eigenschaften eines Psychopathen.

Häufig wechselnde Partner

Es fällt Psychopathen sehr schwer, sich auf Dauer zu binden. Häufig wechseln sie ihre Partner, um dann vorzugeben, dass sie das Opfer ihrer letzten Beziehung seien. Sie können sich nicht in die Lage anderer versetzen und können die Gefühle der Liebe nicht nachvollziehen. Der parasitäre Lebensstil des Psychopathen führt dazu, dass er von den Ressourcen seines Partners lebt, bis diese verbraucht sind. Hauptsächlich geht es ihm um Macht und Unterordnung der Person. Mit allen Methoden versucht der Psychopath, seine Partner emotional abhängig zu machen, um besser an ihre Mittel heranzukommen und um seine Bedürfnisse zu stillen.

Impulsiv und narzisstisch

Ein Psychopath ist stets davon überzeugt, dass er das Richtige macht und dass ihm keine Fehler zuzuweisen sind. Er ist selbstverliebt und arrogant. Der Gedanke, dass ihm keiner das Wasser reichen kann, lässt er sich äußerlich jedoch nicht anmerken. Impulsiv im Handeln, ist der Psychopath durchaus in der Lage, überraschende Wendungen herbeizuführen. Seine Unberechenbarkeit resultiert auch aus seiner unzureichenden Verhaltenskontrolle. Ablehnung und Misserfolge sind für einen Psychopathen nicht akzeptabel und können nur schwer verdaut werden.

Krankheitsbild: Psychopath

Um das Krankheitsbild des Psychopathen näher zu untersuchen, wurden Tausende von Studien in Gefängnissen und Nervenkliniken durchgeführt. Hunderte von Hirnscans wurden getätigt, um das Verhalten eines Psychopathen mit dem eines gesunden Menschen zu vergleichen. Der Psychologe Robert D. Hare hat diese Studien gemeinsam mit seinem Team analysiert und ausgewertet. Aus diesen Ergebnissen hat er einen Katalog mit 20 Kategorien entwickelt. Bei der PCL-R (Psychopathy Checklist Revised) werden zu jeder Kategorie Punkte verteilt, um festzustellen, wie intensiv die jeweiligen Merkmale ausgeprägt sind. Mit diesem Verfahren kann zugeordnet werden, wie stark jemand vom Krankheitsbild des Psychopathen betroffen ist.

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Quelle: Nikolai Ulltang/pexels.com

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